Wer hätte das gedacht? Je enger man ein geografisches Gebiet einschränkt, je intensiver wird der Patriotismus und geht schleichend in Nationalismus über. Ein seltsames Phänomen, das vor allem in gewissen Schichten verstärkt zu werden scheint, die sowieso schon entsprechend tiefes Gedanken”gut” in sich bergen.
Als überzeugter Niederrheiner, ausgestattet mit einer guten Portion Lokalpatriotismus, freute ich mich über den Aufstieg von Alemannia Aachen in die erste Fußball Bundesliga. Womit ich nicht gerechnet hatte: Die Anhänger von Alemannia Aachen empfinden, wahrscheinlich aus Neid oder fehlendem anderen Feindbild, tiefe Abneigung gegen meinen Lieblingsverein, Borussia Mönchengladbach. So tiefe Abneigung, dass ein Trainer, der vorher einmal in Mönchengladbach arbeitete, hier nicht wirklich akzeptiert zu werden scheint. Seltsames Volk. Dabei sollte man doch eigentlich von etwas größerer cosmopoliten Einstellung ausgehen, betrachtet man sich die geopolitische Lage von Aachen im Dreiländereck einmal genauer.
Jetzt spielen diese beiden Vereine gegeneinander und die Heimmannschaft Aachen führt ungefährdet während der zweiten Halbzeit - noch nicht einmal unverdient. Früher hätte ich es denen ein bisschen wehleidig gegönnt. Aber der einzige Torschütze auf Mönchengladbacher Seite ist ein Farbiger (kann man das so sagen oder muss man wirklich “stark pigmentiert” sagen?). Es kam so wie man es sonst in der Form nur aus Stadien in Ostdeutschland kennt - der Spieler wurde aufs Übelste von Fanchören der Heimmannschaft rassistisch beleidigt. So stark, dass der Schiedsrichter den Stadionsprecher auffordern musste, für Fairness zu sorgen. Erbärmlich! Und das, obwohl die eigene Mannschaft (Aachen) hoch führte und dort auch ein dunkelhäutiger Spieler in den eigenen Reihen spielt. Ein solch tiefes Niveau (einiger) der Fans aus meinem geliebten Niederrhein hätte ich nicht erwartet und ich schäme mich dafür.
Man kann wirklich nur hoffen, dass ein solcher Verein, in dem die Konzentration solcher Elemente höher zu sein scheint als in anderen Vereinen, bald wieder so tief sinken möge wie das Niveau seiner lautesten Fans - zurück in die Stammtischliga.
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